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Dienstag, 15 März 2016 18:05

Havarie des Motorgüterschiffes „Albis“ bei Elbe-km 54,45

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Nach dem Freischleppen des havarierten Motorgüterschiffes „Albis“ wurde die Elbe im Bereich der Alberbrücke auf Veränderungen der Flusssohle gepeilt. Die Verkehrssicherungspeilung mit dem Peilschiff „Biela“ ergab, dass sich in der Fahrrinne keine störenden Ablagerungen befinden. Die internationale Bundeswasserstraße Elbe wurde um 13:45 Uhr für den durchgehenden Schiffsverkehr wieder frei gegeben.

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Die schwerste Havarie auf der Elbe in Sachsen seit 1978 hat ein glückliches Ende gefunden.

Das seit letzten Montag quer vor der Dresdner Albertbrücke liegende Motorgüterschiff „Albis“ wurde heute um 12:10 Uhr durch 2 schwere Berge- und Räumfahrzeuge der Technischen Rettungseinheit der Feuerwehr der Tschechischen Republik und dem Heckradschlepper „Beskidy“ von der Brücke weggezogen. Die „Albis“ setzte daraufhin ohne größere Schäden Ihre Fahrt zum Heimathafen in der Tschechischen Republik fort.

Auf Grund der notwendigen Sicherheitsvorkehrungen waren beim Freischleppen großräumige Sperrungen im Bereich der Albertbrücke und der beiden Elbufer notwendig.

Im Moment wird die Elbe auf Veränderungen der Flusssohle gepeilt. Dazu wird mit dem Peilschiff „Biela“ und dem Flächenpeilschiff „Domfelsen“ eine Verkehrssicherungspeilung durchgeführt. Wenn die Auswertung ergibt, dass sich in der Fahrrinne keine störenden Ablagerungen befinden, wird die internationale Bundeswasserstraße Elbe für den durchgehenden Schiffsverkehr wieder frei gegeben. Es erfolgt dann eine abschließende Pressemitteilung.

Zusammenfassend ist zu dieser Havarie fest zu stellen:
Die Havarie des Motorgüterschiffes „Albis“ war die schwerste und schwierigste Havarie seit 1978 auf der Elbe in Sachsen. Damals verklappte ein Motorgütergüterschiff vor der Marienbrücke in Dresden und versperrte die Durchfahrtsöffnungen. Damals bestand Gefahr für die Marienbrücke, bei dieser Havarie gab es auf Grund der stabilen Gründungen der Pfeiler der Albertbrücke keine unmittelbare Besorgnis für die Standsicherheit der Brücke.

Die für die Bergung erforderlichen Fahrzeuge, Geräte und Technik konnten auf der Elbe nur aus Tschechien bzw. von Land aus an den Havarieort herangeführt werden. Die 800 Tonnen Salz stellten sich als kompliziertes Ladegut dar.

Das Freischleppen des Motorgüterschiffes war ein Ausnahmeereignis auf der internationalen Wasserstraße Elbe. Die Planung und Organisation der Entladung und des Freischleppens war eine technische und organisatorische Herausforderung und brauchte seine Zeit. Es galt bei allen Beteiligten - Sicherheit vor Schnelligkeit.

Die Zusammenarbeit mit der Besatzung und Reederei des havarierten Schiffes, der Berufsfeuerwehr der Stadt Dresden, den beteiligten Baufirmen und allen anderen Behörden der Stadt Dresden und des Freistaates Sachsen war sehr gut. Besonderer Dank gilt der Technischen Rettungseinheit der Feuerwehr, der Tschechischen Republik und allen anderen Beteiligten in der Tschechischen Republik.

Auf Grund der Sperrung entstand ein erheblicher Schifffahrtsstau auf der Elbe. Viele Güterschiffe warten in Häfen in Tschechien und Deutschland bzw. wurden in Häfen entlang ihrer Fahrtroute umgeladen und die Ladung mit anderen Verkehrsträgern zum Zielort transportiert. Die wirtschaftlich negativen Auswirkungen für die Güter-, Fahrgast- und Hotelschifffahrt waren hoch.



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Meldung vom Freitag, 18. März 2016 14:44

Bei der schwersten Schiffshavarie auf der Elbe in Sachsen seit 1978 (Querlage eines Motorgüterschiffes vor der Marienbrücke Dresden) gehen die Bergungsarbeiten am 4. Tag nach dem Ereignis planmäßig weiter. Grundsätzliche Probleme ergeben sich seit der Havarie am Montagabend dadurch, dass der Antransport von Technik an die Havariestelle schwierig und langwierig ist. Das Heranführen von schwimmenden Fahrzeugen und Geräten, die flussabwärts von Dresden auf der Elbe im Einsatz sind, ist durch die versperrte Albertbrücke nicht möglich. Der Transport von Technik auf der Elbe kann dadurch nur aus der Tschechischen Republik bzw. auf dem Landweg erfolgen. Das betrifft sowohl Technik zum Entladen des Motorgüterschiffes als auch zum Freischleppen des quer vor der Albertbrücke liegenden Havaristen.

Das Entladen des Motorgüterschiffes „Albis“ mit an Land stehender Saugbagger wird seit heute früh mit einem weiteren Saugbagger unterstützt. Bisher sind ca. 120 Tonnen der 800 Tonnen Salz entladen und in den Alberhafen verbracht. Um die Entladung zu beschleunigen, trifft morgen Vormittag ein spezieller Schiffsbagger, zwei Frachtschiffe und ein Schlepper aus der Tschechischen Republik am Havarieort ein. Mit Hilfe des Baggers wird die Ladung dann direkt auf die Frachtschiffe umgeschlagen.

Nach der vollständigen Entladung wird das Freischleppen des Schiffes erfolgen. Dazu sind die statischen Berechnungen und Untersuchungen abgeschlossen. Zum Freischleppen des havarierten Motorgüterschiffes werden landseitig 2 Kettenfahrzeuge und wasserseitig Schlepper zum Einsatz kommen.

Das Heranführen dieser schweren Technik erfolgt zur Zeit in enger Abstimmung mit der Reederei des havarierten Schiffes, der Berufsfeuerwehr als koordinierende Einsatzbehörde für die Belange der Stadt Dresden und Behörden des Freistaates Sachsen.

Beim Freischleppen werden auf Grund der unter hohen Spannungen stehenden Stahltrossen umfangreiche Sperrungen im Bereich der Albertbrücke und der beiden Elbufer notwendig. Das Freischleppen ist für Montag geplant.



Meldung vom Dienstag, 15. März 2016 18:05

Seit gestern (14.03.2016) um 21.00 Uhr ist die Bundeswasserstraße Elbe im Bereich von Elb-km 52 (Saloppe) bis 58 (Außenbezirk Dresden des Wasser-und Schifffahrtsamtes Dresden) bis auf weiteres für jeglichen Schiffsverkehr gesperrt.

Auf der Bergfahrt verklappte das Großmotorgüterschiff(GMS) „Albis“ bei der Durchfahrt durch die Albertbrücke. Die Albis liegt seitdem bergwärts vor den Brückenpfeilern. Dadurch sind die Brückenbögen der Albertbrücke sowohl für die Berg- als auch für die Talfahrt versperrt. Eine Schiffspassage ist nicht mehr möglich.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt Dresden hat an den Sperrstellen bei Elb-km 52 und 58 Sperrzeichen aufgestellt und ist derzeit vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Das GMS Albis befand sich auf der Fahrt nach Tschechien und hat ca. 800 t Salz geladen.

Sobald dem WSA Dresden neue Erkenntnisse vorliegen, erfolgt eine weitere Mitteilung.

Weitere Informationen

  • Quelle: Wasser - und Schifffahrtsamtes Dresden
Letzte Änderung am Montag, 21 März 2016 23:50
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