Das Stadt- und Regionalportal

Montag, 15 Oktober 2018 23:57

Südafrika: Wissenschaftler wollen Aussterben von Buckeldelfinen verhindern

Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Meeressäuger leiden unter Hautinfektionen durch Pokenviren und Pilze
 
(lifePR) (München, 14.10.18) Vor Südafrika erkranken immer mehr Bleifarbene Delfine. Sie leiden unter Hautinfektionen, wie der tattoo skin disease oder Lobomycosis. Die Krankheiten werden von Pokenviren und Pilzen ausgelöst. Darauf machte das SouSA Consortium anlässlich der „Nationalen Woche der Meere“ in Südafrika aufmerksam.

Das SouSA Consortium ist eine einzigartige Initiative von 16 südafrikanischen Meeressäugerspezialisten. Gemeinsam wollen sie die letzten Bleifarbenen Delfine des Landes retten. Von der zu den Buckelfinen zählenden Delfinart (Sousa plumbea) gibt es in Südafrika aktuell nur noch etwa 500 Exemplare.

Die Gruppe der in 12 Universitäten und Forschungsinstituten arbeitenden Wissenschaftler wurde 2016 gegründet. Ihr Name leitet sich vom Gattungsnamen der Buckeldelfine, Sousa, ab. Alle der vier derzeit anerkannten Sousa-Arten sind vom Aussterben bedroht.

„Wir haben uns zusammengeschlossen, um systematisch Forschungsergebnisse zusammenzutragen. Gemeinsam wollen wir Lösungen finden, um das Aussterben der Bleifarbenen Delfine in Südafrika zu verhindern“, sagt Dr. Simon Elwen vom Säugetierforschungsinstitut der Universität Pretoria.

Landesweite Datenerfassung über den Zustand der Population

Ursachen der auffälligen Erkrankungen sind wahrscheinlich belastete kommunale und landwirtschaftliche Abwässer und Stress. Alles Faktoren, die das Immunsystem der Meeressäuger schwächen. Unter Leitung von Dr. Stephanie Plön von der Nelson Mandela University in Port Elizabeth fassen die Wissenschaftler landesweit alle verfügbaren Daten über Hautkrankheiten, Verletzungen und anderer Leiden von Bleifarbenen Delfinen zusammen.

Unterstützung erhalten sie dabei von der weltweit führenden Expertin für Hauterkrankungen bei Meeressäugern, der Tierärztin Dr. Marie-Francoise van Bressem vom Zentrum für Meeressäugerforschung aus Peru.

Scheue Cousins von „Flipper“

Buckeldelfine sind weitaus weniger erforscht und viel scheuer als die sehr viel bekannteren und neugierigen Großen Tümmler (Tursiops truncatus). Sie sind zwischen 2m und 3m groß, bis zu 200kg schwer und haben eine lange, schlanke Schnauze. Wie Buckelwale haben sie in der Mitte ihres massigen Körpers einen charakteristischen Rückenbuckel. Ihre Körperfarbe variiert stark: von Braun oder Hellgrau, bis zu Rosa und Weiß.

Buckeldelfine leben sehr küstennah. Dadurch sind sie besonders exponiert gegenüber negativen menschlichen Einflüssen, wie Küstenfischerei, der ungeklärten Einleitung von Abwässern, Schiffsverkehr oder Tourismus. Vor Madagaskar werden sie gejagt und für den menschlichen Verzehr getötet.

Die letzten 500 in Südafrika

„Das zur Verfügung stehende Fotomaterial aller Forschungsgruppen wird nun analysiert. Die Häufigkeit von Hauterkrankungen ist ein wichtiger Indikator für den Gesundheitszustand einer Delfinpopulation. Darüber hinaus fahnden wir auch nach Verletzungen durch Schiffspropeller und anderer von Menschen aber auch Haien verursachter Verletzungen bei den Tieren”, erklärt Dr. Stephanie Plön.

Ziel des SouSA Consortiums sind landesweite Managementpläne für effektive Schutzmaßnahmen.

Sinnloses Sterben in Hainetzen an der Küste von KwaZulu-Natal

Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD) unterstützt seit 2017 die dem SouSA Consortium angehörende südafrikanische Meeresbiologin Shanan Atkins. Sie hat sich mit ihrem Projekt „Humback Dolphin Research“ zum Ziel gesetzt, das Stellen von Hainetzen an beliebten Badestränden entlang der Küste der Provinz KwaZulu-Natal zu beenden. In den zum Schutz von Schwimmern und Surfern vor Haiangriffen installierten Stellnetzen sterben regelmäßig auch vom Aussterben bedrohte Bleifarbene Delfine.

Weitere Informationen

  • Quelle: Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD), 81375 München - www.delphinschutz.org
Letzte Änderung am Dienstag, 16 Oktober 2018 00:02
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok