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Dienstag, 03 Juli 2018 14:40

Autobahn nach Unfall für zehn Stunden gesperrt - Großeinsatz für Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr, THW und Autobahnmeisterei

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Stand: 03.07.2018, 12:10 Uhr


Autobahn nach Unfall für zehn Stunden gesperrt

Großeinsatz für Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr, THW und Autobahnmeisterei

Bezug: 2. Medieninformation vom 2. Juli 2018

BAB 4, Görlitz - Dresden, Anschlussstelle Ottendorf-Okrilla
02.07.2018, gegen 12:45 Uhr

Am Montag war die BAB 4 in Fahrtrichtung Dresden bei Ottendorf-Okrilla nach einem Unfall mehrerer Lkw für rund zehn Stunden gesperrt. Erst gegen 23:00 Uhr konnte der Verkehr hier wieder ungehindert rollen. Auch die Gegenfahrspur war im abendlichen Berufsverkehr nach Unfällen mehrerer Pkw zeitweise gesperrt.

Die Kollisionen und damit im Zusammenhang stehende Einsätze hielten die Polizei, den Rettungsdienst, die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk und die Automeisterei bis in die späten Abendstunden auf Trab. In Summe waren mehr als 120 Retter, Helfer und Einsatzkräfte zur Bewältigung der Lage eingebunden.



Auslöser war unzureichender Sicherheitsabstand

Um die Mittagszeit war ein mit tonnenschweren Gussteilen beladener Sattelzug an einem Stauende bei Ottendorf-Okrilla auf das Heck eines voraus bremsenden Sattelzuges aufgefahren. Der 30-jährige Fernfahrer hatte den Mindestabstand von 50 Metern zum Vorausfahrenden offenbar nicht beachtet und so kaum noch eine Chance, rechtzeitig anzuhalten.

Durch die Kollision wurden insgesamt vier Lkw aufeinander geschoben, verkeilten sich und blockierten beide Fahrspuren. Allein der Blechschaden belief sich nach ersten Schätzungen auf mehr als 170.000 Euro. Teile der Ladung, darunter tausende Eier, gingen zu Bruch oder fielen auf die Fahrbahn. In welcher Höhe Sachschaden an dem Transportgut entstand, ist derzeit noch nicht bezifferbar.

Die Bergung der Laster und deren Ladung gestalteten sich schwierig. Ein Havariekommissar wurde hinzugezogen, um die versicherungsrechtlichen Ansprüche der betroffenen Transport-unternehmen zu wahren. Nur mit schwerem Gerät mehrerer Bergungsunternehmen gelang es schließlich, die beteiligten Lkw auseinanderzuziehen und abzuschleppen. Danach wurde die Fahrbahn gereinigt.



Offenbar war ein Schutzengel an Bord

Verletzt wurde bei dem Lkw-Unfall keiner der vier beteiligten Fahrer im Alter von 23, 25 und zweimal 30 Jahren. Sie stammten aus Polen, der Slowakei und der Ukraine. Auch der Unfallverursacher konnte unverletzt aus seinem vollkommen zerstörten Führerhaus steigen. Er hatte offenbar einen großen Schutzengel gehabt.



Rückstau auf einer Länge von bis zu 25 Kilometern

Aufgrund des Unfalls entstand schnell ein Rückstau von bis zu 25 Kilometern Länge. An den Anschlussstellen Burkau, Ohorn und Pulsnitz leiteten Polizisten, Helfer des Technischen Hilfswerkes und die Autobahnmeisterei die Reisenden ab. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens - wie an beinah jedem Montag - waren auch die Umleitungsstrecken südlich und nördlich der BAB 4 schnell überlastet. Tausende Reisende brauchten viel Geduld, um nach Hause oder weiter in Richtung Westen zu gelangen.



Zahlreiche Einsatzkräfte wurden zusammengezogen

Um die Situation bewältigen zu können, beorderte das Führungs- und Lagezentrum der Polizeidirektion Görlitz auch Streifen der örtlichen Reviere, des Verkehrsunfall- und Verkehrsüberwachungsdienstes sowie der Einsatzzüge der Polizeidirektion zur Einsatzstelle. Die Beamten unterstützten die Autobahnpolizei bei der Verkehrslenkung und Unfallaufnahme. Zwei weitere Unfälle auf der Gegenfahrspur nahmen später Streifen der Dresdener Autobahnpolizei auf.

Die Aufräumarbeiten unterstützen auch die Freiwilligen Feuerwehren umliegender Gemeinden. An den Fahrzeugen waren Diesel und andere Betriebsstoffe ausgelaufen, die die Kameraden aufnahmen und einen Schaden für die Umwelt verhinderten.

Helfer des Deutschen Roten Kreuzes waren ebenfalls auf der BAB 4 im Einsatz. Sie versorgten im Stau Stehende, die nicht abfahren konnten, aufgrund der sommerlichen Temperaturen beispielsweise mit Getränken.



Fehlende Rettungsgasse behinderte die Einsatzkräfte

Einmal mehr war es den Rettungskräften und Helfern nur schwer möglich, zur Unfallstelle vorzudringen, weil eine Rettungsgasse fehlte. Zahlreiche Lkw und Transporter, die auf beiden Fahrspuren standen, verzögerten ein Durchkommen erheblich.

Wie wichtig eine Rettungsgasse ist, zeigte sich wenig später. Im Rückstau stand am Nachmittag eine Frau, die per Notruf über ernste gesundheitliche Probleme klagte. Ein Rettungswagen konnte jedoch nicht zu ihr durchdringen, der Weg war versperrt. Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Polizei sperrten kurzzeitig die Gegenfahrspur, damit Sanitäter von dort zu der Frau gelangen konnten. Sie wurde zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus gebracht.



Lkw und Kleintransporter gehören in der Baustelle und im Stau nicht auf die linke Fahrspur

Im Rückstau berührten sich am Nachmittag zwei Kleinlaster seitlich. Der Unfall geschah im Baustellenbereich zwischen dem Burkauer Berg und Ohorn. Einer der beiden beteiligten Transporter Fahrer hatte die linke, auf eine Nutzungsbreite von knapp zwei Metern beschränkte Fahrspur verbotswidrig genutzt. Bei der Karambolage entstand ein Blechschaden von rund 500 Euro. Eine Streife des Einsatzzuges der Polizeidirektion dokumentierte den Unfall und leitete gegen den Verursacher ein Ordnungswidrigkeitenverfahren ein.



Parkende Lkw sorgten für weitere Behinderungen

Einmal mehr sorgten fehlende Parkmöglichkeiten im Verlauf der BAB 4 für zusätzliche Behinderungen. Da in der ländlichen Region zwischen Dresden und Görlitz so gut wie keine Möglichkeit besteht, im Zuge der Autobahn kurzfristig Parkraum für mehrere hundert Lkw zur Verfügung stellen zu können, blieb vielen Fernfahrern nichts anderes übrig, als sich im Stau mit ihren Gespannen auf den Standstreifen zu stellen. Die gesetzlich vorgeschriebenen Pausen mussten sie einhalten, doch konnten sie nirgendwo ordnungsgemäß parken. Die „wild“ stehenden Lkw sorgten leider auch mit dafür, dass eine funktionierende Rettungsgasse kaum gebildet werden konnte und ein Durchkommen für die Rettungskräfte nur schwerlich möglich war.



„Gaffer“ sorgten für zwei weiterer Auffahrunfälle

BAB 4, Dresden - Görlitz, zwischen den Anschlussstellen Ottendorf-Okrilla und Pulsnitz
02.07.2018 gegen 17:35 Uhr

Während die Bautzener Autobahnpolizei mit dem Lkw-Unfall und seinen Folgen auf der Richtungsfahrbahn Dresden beschäftigt war, geschahen am späten Nachmittag auf der Gegenfahrspur, also auf der Richtungsfahrbahn Görlitz, zwischen den Anschlussstellen Ottendorf-Okrilla und Pulsnitz zwei weitere Auffahrunfälle. Auslöser waren hier vermutlich sogenannte „Gaffer“, die durch Bremsmanöver und besonders langsame Fahrweise immer wieder teils scharfe Bremsungen anderer Verkehrsteilnehmer heraufbeschworen.

Auf der linken Fahrspur prallten ein Peugeot und ein Passat zusammen. Deren Fahrer verletzten sich bei der Kollision beide leicht. Wenig später krachten im sich auch hier schnell bildenden Rückstau vier weitere Pkw ineinander. Ein Audi-Fahrer konnte aufgrund fehlenden Sicherheitsabstandes nicht mehr rechtzeitig bremsen. Sein Wagen prallte auf das Heck eines vor im bremsenden Volkswagen. Durch die Wucht des Aufpralls wurden die Fahrzeuge - wie beim Domino - auf einen weiteren VW Golf und einen Opel Astra geschoben. Zwei Insassen des Audi und ein VW-Fahrer erlitten leichte Verletzungen.

Die Freiwillige Feuerwehr und der Rettungsdienst waren auch bei diesen Unfällen gefordert. Sanitäter versorgten die Verletzten und brachten sie zur weiteren Versorgung in umliegende Krankenhäuser. Abschleppdienste nahmen vier nicht mehr fahrbereite Pkw an den Haken. Der Unfallschaden lag in Summe bei mehr als 45.000 Euro. Das Autobahnpolizeirevier der Polizeidirektion Dresden unterstützte die Bautzener Beamten und nahm diese beiden Unfälle auf.



Möglichkeiten zur Ahndung von „Gaffern“ waren begrenzt

Aufgrund der Einsatzlage und der begrenzten Anzahl der verfügbaren Kräfte bestand kaum eine Möglichkeit, fotografierende oder filmende Personen zu stoppen und sie für ihr Handeln zur Rechenschaft zu ziehen. Die Unfallaufnahme und Verhinderung weiterer Unfälle hatte Vorrang.

Gegen 19:00 Uhr konnte eine Streife der Bautzener Autobahnpolizei jedoch einen 47-jährigen Autofahrer stoppen. Der Russe nutzte die Rettungsgasse frecherweise zum schnelleren Fortkommen. Unter dem Beifall anderer Verkehrsteilnehmer - so berichteten die Beamten - kontrollierten die Verkehrspolizisten den Mann, belehrten ihn, leiteten ein Ordnungswidrigkeitenverfahren ein und ließen ihn sich in die Schlange der Wartenden einordnen. (tk)

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  • Quelle: Autobahnpolizeirevier Bautzen
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