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Montag, 16 November 2015 20:56

Deutsches Hygiene-Museum Dresden erhält Museumpreis...

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Deutsches Hygiene-Museum Dresden erhält Museumpreis, Industriekulturpreis geht an Unternehmer Johann Spensberger

Das Deutsche Hygiene-Museum Dresden, das Museum der bildenden Künste Leipzig und das Leipziger Bach-Museum erhielten in diesem Jahr die Haupt- und Spezialehrungen des Sächsischen Museumspreises 2015. Der Unternehmer Dr. Johann Spensberger erhielt den Sächsischen Industriekulturpreis. Die Ehrungen wurden heute bei einer Festveranstaltung im Tagungszentrum der Sächsischen Wirtschaft in Radebeul überreicht.

Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange erklärt: „Ein Museum ist nicht nur Ergebnis, sondern Teil der Gesellschaft, wird zum Ort der Authentizität, der Bewahrung, der Begegnung, des Gesprächs, der Versicherung und der Bildung. Bei den 16 hochkarätigen Bewerbern um den Preis für nichtstaatliche Museen handelt es sich um einen repräsentativen Querschnitt der sowohl vielfältigen wie qualitätsvollen Museumslandschaft Sachsens. Die hohe Zahl an beeindruckenden und überzeugenden Bewerbungen war auch in diesem Jahr eine – sicher angenehme – Herausforderung für die Fachjury.“

Diese vergibt den mit 20.000 Euro dotierten Hauptpreis an das Deutsche Hygiene-Museum Dresden für die hervorragende ganzheitliche Museumsarbeit insbesondere bei der Vermittlung der Themen und der Bildung der Besucher, lobt die Jury. „Eine besondere Anerkennung verdienen die Sonderausstellungen, die sich mit aktuellen Fragestellungen beschäftigen. Ich bin dem Museum besonders dankbar dafür, dass es Kinder und Jugendliche als Publikum erkannt hat, ernst nimmt und mit besonderen Führungen und Angeboten auf diese Zielgruppe eingeht“, lobt Ministerin Stange.

Der mit 5.000 Euro dotierte Spezialpreis für sammlungsbezogene Forschung geht an das Museum der bildenden Künste Leipzig. Anerkannt wird mit dieser Ehrung die Präsentation von annähernd 200 Zeichnungen Berninis. Damit ist das Leipziger Museum gemeinsam mit der päpstlichen Sammlung im Vatikan sowie der Kollektion Queen Elizabeths II. in Windsor Castle ein wichtiger Anziehungspunkt für Forscher und Liebhaber des römischen Barock, lobt die Jury.

Das Bach-Museum Leipzig erhält den Spezialpreis Inklusion und damit ebenfalls 5.000 Euro Preisgeld für den behindertengerechten Ausbau der Ausstellungsräume sowie die speziellen Angebote für gehörlose und sehbehinderte Besucher. Für gehörlose Menschen stehen zum selbständigen Besuch der Ausstellung im Foyerbereich Audio-/Multimediaguides auch mit deutscher Gebärdensprache zur kostenfreien Nutzung zur Verfügung. Alternativ kann die Führung außerdem kostenlos als App auf das Smartphone geladen werden. Im Museumsfoyer befindet sich für blinde und sehbehinderte Menschen ein taktiler Übersichtsplan über das Bach-Museum. Darin sind auch die Museumsbereiche, Hör- und Taststationen eingezeichnet, die mit Braillebeschriftungen und Reliefs ausgestattet sind.

Dr. Johann Spensberger, Vorsitzender des Vereins des Deutschen Stuhlbaumuseums Radebeul, erhielt von Bodo Finger, Präsident der Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft, den „Sächsischen Industriekulturpreis“. Ausgezeichnet wird damit sein unternehmerisches und gesellschaftliches Engagement für das Deutsche Stuhlbaumuseum Rabenau und die traditionsreiche sächsische Möbelindustrie.

„Der Preisträger hat mit hohem persönlichen Einsatz das Deutsche Stuhlbaumuseum Rabenau wieder mit neuem Leben erfüllt und auf eine solide Basis gestellt. Ihm ist es ganz wesentlich zu verdanken, dass die Möbelindustrie in Sachsen nicht in Vergessenheit gerät. Schließlich war Sachsen Vorreiter bei der Industrialisierung im deutschen Möbelbau. Viele Unternehmer bekennen sich zu einer sozialen Selbstverpflichtung und wollen die Gesellschaft an ihrem Erfolg teilhaben lassen. Dabei braucht man sich nicht zu scheuen, deutlich zu machen, dass ohne wirtschaftlichen Erfolg gesellschaftliches Engagement nicht möglich wäre“, so VSW-Präsident Bodo Finger bei der Verleihung.

Mit dem „Sächsischen Industriekulturpreis“ sollen Projekte und Konzepte mit Beispielcharakter ausgezeichnet werden, die nachhaltig zur Entwicklung einer zeitgemäßen sächsischen Industriekultur auf breiter gesellschaftlicher Basis beitragen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird von der Johann-Andreas-Schubert-Stiftung gestiftet, deren Vorsitzender Bodo Finger ist. Gesucht wurden innovative Konzepte zum Erhalt, zur Pflege, zur Weiterentwicklung sowie zur Vermittlung sächsischer Industriekultur, die gleichermaßen das industrielle Erbe im Freistaat Sachsen wie die Entwicklung sächsischer Industriekultur als Ressource für die Zukunft erlebbar machen.

„Ich freue mich, dass wir heute bei dem Stifter des Sächsischen Industriekulturpreises mit unserer gemeinsamen Veranstaltung zu Gast sein dürfen“, sagt Ministerin Stange. Sie ergänzt: „Sachsens Wirtschaft, die Identität und das Erbe des Freistaats fußen auf einer 500-jährigen Gewerbetradition, einem innovativen und anpassungsfähigen Mittelstand sowie einer technisch und kulturell gebildeten Bevölkerung. Dr. Johann Spensberger hat mit dem Stuhlbaumuseum die Auseinandersetzung mit dem Industriezeitalter in Vergangenheit und Zukunft ist Teil der sächsischen Kultur betrieben. Dafür gebührt ihm zu recht dieser Preis.“

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  • Quelle: SMWK - Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
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