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Mittwoch, 27 Januar 2016 23:49

Dresdner Residenzschloss: Räumlichkeiten für die Rüstkammer im 1. Obergeschoss des Georgenbaus baulich fertiggestellt

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Im Dresdner Residenzschloss ist eine weitere Baumaßnahme abgeschlossen: Heute wurden die Räume im ersten Obergeschoss des Georgenbaus durch den Sächsischen Staatsminister der Finanzen, Prof. Dr. Georg Unland, und den Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, Uwe Gaul, an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden als zukünftigen Nutzer übergeben.

„Das Dresdner Residenzschloss ist ein Baudenkmal von höchster kulturhistorischer Bedeutung und ein Monument sächsischer Geschichte. Bislang wurden bereits rund 303 Millionen EUR in den Wiederaufbau des Schlosses investiert. Es freut mich sehr, dass nach dem Münzkabinett im zweiten Obergeschoss nun auch die Räume des ersten Obergeschosses im Georgenbau fertiggestellt sind. In den auf die Exponate abgestimmten Räumlichkeiten wird die Ausstellung der Rüstkammer „Weltsicht und Wissen“ hervorragend präsentiert werden“, sagte Unland.

Staatssekretär Gaul: „Der Ursprung beinahe aller heutiger Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden liegt in der Kunstkammer, die seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar und seit 1587 im Dresdner Residenzschloss beheimatet war. Die neue Dauerausstellung ‚Weltsicht und Wissen um 1600‘ macht diese Quelle des fürstlichen Sammelns am Dresdner Hof anhand erhaltener Kunstwerke dauerhaft zugänglich. Statt eine Rekonstruktion der 1832 aufgelösten Sammlung anzustreben, soll die Vielfalt des Phänomens Kunstkammer anhand auserwählter Themenkomplexe aufgezeigt werden.“

Beginn der Baumaßnahmen im ersten und zweiten Obergeschoss des Georgenbaus war im Oktober 2012. Bereits im April 2015 erfolgte die bauliche Fertigstellung der Räumlichkeiten im zweiten Obergeschoss, in denen seit Juni 2015 die Dauerausstellung des Münzkabinetts beheimatet ist.

Nun sind auch die Bauarbeiten in den Räumen im ersten Obergeschoss beendet. Ab März 2016 wird die Ausstellung der Rüstkammer hier ihre Besucher empfangen. Hier werden Exponate aus Beständen der Rüstkammer, des Kunstgewerbemuseums und des Mathematisch-Physikalischen Salons nach ausgewählten Raumthemen vorgestellt.

In einer Raumfolge von sieben Sälen werden dem Besucher ausgewählte Exponate und wandgebundene Objekte nach folgenden Themenbereichen gezeigt:

Raum 01: „Der Kurfürst als Artifex“
Raum 02: „Die Ordnung der Dinge“
Raum 03: „Spielwelten“
Raum 04: „Kombinationswaffen“
Raum 05: „Die Entdeckung des Menschen / Die Vermessung der Welt“
Raum 06: „Theologie und Philosophie“
Raum 07: „ Studiollo“

Die Konzeption der Ausstellung „Weltsicht und Wissen“ ist durch zwei Leitgedanken geprägt. Zum einen bezieht sie sich auf die Einzigartigkeit der Exponate und zum anderen auf die abstrahierte Darstellung der früheren Ausstattung der Wohnräume der Residenz. Im Gegensatz zu den sonstigen Ausstellungssälen im Schloss, die durch Großzügigkeit und Parade gekennzeichnet sind, sind die Räume des 1. Obergeschosses im Georgenbau mehr von Privatheit und Zurückhaltung geprägt. Die Konzeption ermöglicht eine einheitliche Gestaltung und Ähnlichkeit der Räume, kann aber gleichzeitig auf die Verschiedenheit der Themen reagieren.

Historische Aufnahmen der Räume im Georgenbau belegen eine aufwendige Stuckornamentierung und räumliche Profilierung der Decken mit Vouten und Rücksprüngen. Dies wird in den Ausstellungsräumen durch ein dreidimensional profiliertes Deckenbild in Ausführung einer Abhangdecke nachgebildet.

Für die ehemals textile Wandbespannung der historischen Räume wurde eine neuartige Beschichtung der Wandflächen gefunden, die die variable farbige Gestaltung der Räume ermöglicht hat. Dabei wurden mit einem speziellem Bindemittel Grünpigmente und feiner Sand auf die Flächen aufgetragen. Diese Technologie wurde eigens für diese Räume entwickelt und sorgt für einen würdigen Hintergrund für die Präsentation der Objekte. Der Parkettboden folgt historischen Vorbildern und besteht aus Parketttafeln in Eichenholz, die in Art des „Versailler Parkettbodens“ verlegt wurden.

Die freie Anordnung ausgewählter Möbelstücke in Raummitte war markantes Gestaltungsmittel höfischer Wohnräume. Dieses Bild wird in der Ausstellung aufgegriffen und durch zentral angeordnete Vitrinenkonstellationen umgesetzt. Großformatige Objekte werden meist frei im Raum präsentiert, der größte Teil der Kunststücke wird sich aber in Vitrinen befinden, die vor der Wand und über dem Sockel angebracht wurden. Die Verglasungen der Vitrinen sind entspiegelt und ohne Rahmen und ermöglichen einen ungestörten Einblick auf die Exponate. Die Räume werden wegen der konservatorischen Anforderungen der Kunstobjekte klimatisiert.

Die Gesamtkosten für den Ausbau des ersten und zweiten Obergeschosses im Georgenbau (ohne Kleinen Ballsaal) inklusive Treppenhaus und Technik belaufen sich auf rund 16,1 Millionen Euro. Darin enthalten sind 5 Millionen Euro aus Bundesmitteln. Der Bund wird sich weiter am Wiederaufbau des Dresdner Schlosses beteiligen, weitere Mittel in Höhe von insgesamt 18 Millionen Euro sind zugesagt.

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  • Quelle: SMF - Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
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