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Mittwoch, 15 April 2020 00:07

Corona - Aktuelles zur Situation im Landkreis Meißen (14.04.2020)

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Die Zahl der positiven Tests auf SARS-CoV-2 im Landkreis Meißen liegt weiterhin bei 174. Acht Patienten werden stationär behandelt, drei davon intensivmedizinisch. Neun Menschen sind bislang im Landkreis Meißen an Covid-19 gestorben. Insgesamt wurden 323 Kontaktpersonen zu häuslicher Isolation verpflichtet. 79 Menschen, die Wochen zuvor an Covid-19 erkrankt waren, konnten die Quarantäne beenden.
 
„Das Osterwochenende verlief insgesamt relativ ruhig“, so das Statement der Amtsärztin Petra Albrecht auf der heutigen Beratung des Krisenstabes. Probleme bereitet derzeit die Verordnung des Freistaates Sachsen zu Quarantänemaßnahmen für Ein- und Rückereisende zur Bekämpfung des Corona-Virus vom 9. April 2020, denn diese enthält viele Ausnahmeregelungen, die im Detail durch die Gesundheitsämter geprüft werden müssen. Landrat Arndt Steinbach motivierte am Wochenende die Mitarbeiterinnen im Gesundheitsamt, die „seit vielen Jahren im Infektionsschutz arbeiten, sehr erfahren sind und die mit den akribischen Recherchen einen wesentlichen Anteil an der erfolgreichen Eindämmung der neuen Viruserkrankung im Landkreis Meißen haben.“ Ein Team wird sich jetzt ausschließlich den Fragen und Anträgen der Ein- bzw. Rückkehrer widmen. Übrigens ist diese Gruppe verpflichtet, sich umgehend im Gesundheitsamt zu melden.

Mit Spannung werden auch im Landkreis Meißen die Ergebnisse des Gespräches zwischen der Kanzlerin und den Ministerpräsidenten am Mittwoch erwartet. Der Landkreis stellt sich behutsam auf Lockerungen ein. Die 1. Beigeordnete des Landkreises Janet Putz berichtete über eine große Nähaktion für Mund-Nasen-Schutz-Masken. Auch das Berufliche Schulzentrum in Großenhain wird sich daran beteiligen. Der 2. Beigeordnete des Landkreises und Dezernent für Technik Andreas Herr informierte über den Schülerverkehr, der ab kommenden Montag für die Klassen vier bis 12 langsam hochgefahren werden soll. Details werden in den nächsten Tagen beraten. Ronald Voigt, Leiter des Amtes für Brand-, Katstrophenschutz und Rettungswesen, leitet die Organisation professioneller Schutzausrüstungen für den Rettungsdienst, Altenpflegeheime, Behinderteneinrichtungen. Der Beauftragte der Bürgermeister im Krisenstab Ralf Hänsel fragte nach Kommunikationswegen und Detailinformationen für die Städte und Gemeinden im Landkreis. Dieses Thema beschäftigt auch den Krisenstab, denn die unterschiedlichen Informationsquellen und Netzwerke sind mitunter schwer zu koordinieren.

Aus Sicht der Polizei war es ebenfalls ein ruhiges Oster-Wochenende mit lediglich insgesamt 65 Ordnungswidrigkeiten und zwei Straftaten gegen Ausgangsbeschränkungen im Landkreis. Besorgte Nachbarn wandten sich mit vielen Anzeigen an die Polizei. Die Mehrzahl der Hinweise waren jedoch keine Regelverstöße.


Schulterschluss

Die Bewältigung der Folgen der Pandemie sei eine gemeinsame Aufgabe von Freistaat und kommunaler Ebene, so die Kernaussage einer Gesprächsrunde zwischen dem Ministerpräsidenten, seinen Stellvertretern, den Fraktionsvorsitzenden der Regierungskoalition und den kommunalen Spitzenverbänden. Um die regionale Wirtschaft und das Handwerk in der Krise zu unterstützen, sollen die staatlichen und kommunalen Investitionen wie geplant fortgeführt werden. Und es wird nach Lösungen für die wegbrechenden Steuereinnahmen der Städte und Gemeinden gesucht. Ministerpräsident Michael Kretschmer betonte, dass die Corona-Pandemie Freistaat und Kommunen vor bisher ungeahnte und nicht geplante Herausforderungen stelle, deren Folgen sich bislang noch nicht abschätzen lassen: „Wir stehen fest an der Seite unserer sächsischen Kommunen.“ Der Präsident des Sächsischen Städte- und Gemeindetages, Oberbürgermeister Bert Wendsche aus Radebeul, sagte: „Wir haben in dem Gespräch deutlich gemacht, dass es einen sächsischen Rettungsplan für die Kommunen geben muss. Bleibt dieser aus, werden die meisten Kommunen zu rigiden Sparmaßnahmen und hohen Schuldenaufnahmen gezwungen sein. Das Treffen gibt Unternehmen wie Einwohnern jedoch Hoffnung.“


Motivation für die Wirtschaft

Ein Brief der Handwerkskammer Dresden an Landrat Arndt Steinbach verknüpft sich mit der Bitte, das regionale Handwerk zu unterstützen. Das Handwerk sei durch die Corona-Krise sehr breit betroffen. So sind im Kammerbezirk Dresden, zu dem auch der Landkreis Meißen gehört, 2.500 Handwerksbetriebe in den Gewerken Friseure und Kosmetik eingetragen, die ihre Geschäfte schließen mussten. Und es gibt Betriebe, die von den strengen Hygienebestimmungen betroffen sind wie Bäckereien, Konditoreien, Fleischereien. Cafè- und Imbissbereiche mussten geschlossen werden. Sorgen haben auch die Kfz-Bertriebe, die nur noch ihre jeweilige Werkstatt öffnen dürfen. Der Kammerpräsident Dr. Jörg Dittrich sagte an die Adresse der Kommunalpolitiker: „Sie können das Handwerk auch unterstützen, indem Sie die Menschen motivieren, zum Bäcker und zum Fleischer und zu den Händlern zu gehen. Unterstützen Sie bitte das Handwerk mit positiven Statements. Unsere Betriebe sind da, sie beschäftigen Menschen und bilden auch weiter aus.“ Landrat Arndt Steinbach hatte bereits vor 14 Tagen dazu aufgefordert, dem regionalen Handwerk Aufträge, die ohne Regelverstöße erfüllt werden können, zu erteilen: „Wir unterstützen das regionale Handwerk mit unseren Möglichkeiten.“ Die Handwerkskammer Dresden berät Handwerksbetrieb unter 0351—4640-409 oder per E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Weitere Informationen

  • Quelle: Landratsamt Meißen - www.kreis-meissen.de
Letzte Änderung am Mittwoch, 15 April 2020 00:12

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