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Dienstag, 21 April 2020 00:17

Corona - Aktuelles zur Situation im Landkreis Meißen (20.04.2020)

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Aktuell wurden insgesamt 193 Personen positiv getestet, für 125 ist die häusliche Quarantäne nach der Corona-Erkrankung beendet. Neun Patienten werden weiterhin stationär behandelt, zwei davon intensivmedizinisch. Elf Menschen sind an dem Virus verstorben. Die Zahl der Kontaktpersonen hat sich auf 178 reduziert.
 
Sachsen hat seine restriktiven Ausgangsbeschränkungen gelockert. Im Landkreis Meißen können die Landkreisbewohner Haus und Wohnung seit heute ohne Vorliegen eines triftigen Grundes verlassen. Allerdings gelten weiterhin strenge Kontaktbeschränkungen, die sich auf die Familie bzw. das Treffen mit lediglich einer Person beziehen. Auch kleine Läden dürfen wieder öffnen, womit sich die Innenstädte beleben werden. Im Krisenstab der Landkreisverwaltung werden die Lockerungen im Alltag kritisch gesehen. Die ersten optischen Eindrücke am Wochenende scheinen diese Meinung zu bestätigen: „Die Menschen gehen wieder aufeinander zu.“ Die Zahl der Corona-Infektionen wird auch im Landkreis Meißen steigen.

Aktuell wurden insgesamt 193 Personen positiv getestet, für 125 ist die häusliche Quarantäne nach der Corona-Erkrankung beendet. Neun Patienten werden weiterhin stationär behandelt, zwei davon intensivmedizinisch. Elf Menschen sind an dem Virus verstorben. Die Zahl der Kontaktpersonen hat sich auf 178 reduziert. Doch Amtsärztin Petra Albrecht geht davon aus, dass sich dieser Teil der Statistik aufgrund der neuen Regeln in den nächsten Tagen ebenfalls erhöhen wird.

Kritisch sieht die Medizinerin auch die unbedingte Pflicht, sich bei Atemwegserkrankungen wieder dem Hausarzt in der Praxis vorzustellen: „Ich hätte mir hier eine längere Übergangsfrist gewünscht.“ Ähnlich sehen es auch die niedergelassenen Ärzte, die zudem befürchten, dass Patienten mit anderen Krankheitsbildern aus Furcht vor Ansteckung den Arztbesuch lieber hinauszögern. Es war Wunsch der Ärzte, die Behelfsregelung bis zum 3. Mai zu verlängern. Doch der zuständige Bundesausschuss hat anders entschieden.

Dass ein Ende der Krise noch nicht in Sicht ist, lässt sich auch mit der weiteren personellen Aufstockung der Gesundheitsämter in den Landkreisen belegen. So werden Medizinstudenten und 20 Angehörige der Bundeswehr die Arbeit des Gesundheitsamtes der Landkreis Meißen unterstützen.

Erfreulich war der große Test des ersten Altenpflegeheimes mit lediglich einer Corona-Infektion. Heute folgt die zweite Einrichtung mit Corona-Infektion. Getestet werden auch hier Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Personal.

Die Polizei im Landkreis Meißen schaut auf ein relativ ruhiges Wochenende mit vier Strafanzeigen und 45 Ordnungswidrigkeiten zurück. Polizeihauptkommissar Raiko Riedel sieht die neue Verordnung ebenfalls skeptisch, denn „es braucht immer eine Zeit, bis sich die Menschen an neue Bestimmungen gewöhnt haben“. Die nächsten Tage sind aber entscheidend für weitere Lockerungen im Alltag. Wenn Mundschutzpflicht und Kontaktbeschränkungen strikt eingehalten werden, wird sich auch die Zahl der Infizierten kaum erhöhen.


Im Normalbetrieb

Seit heute verkehren Bahnen und Busse wieder im Normalbetrieb. Der für den ÖPNV zuständige Dezernent und 2. Beigeordnete des Landkreises Andreas Herr informierte den Krisenstab über aufeinander abgestimmte Fahrpläne im Verkehrsverbund Oberelbe (VVO), der aktuell das Krisenmanagement übernommen hat. Regelmäßig treffen sich die Landkreisverwaltungen, die Stadt Dresden sowie die Verkehrsunternehmen unter Regie des VVO zu Telefonkonferenzen. Zwei Tage vor „Normalbetrieb“ wurde die personelle Situation in den Unternehmen diskutiert. Es gibt keine krankheitsbedingten Ausfälle.

Mit der Rückkehr vom Ferien- zum Alltagsfahrplan verknüpft sich schließlich auch der Schülerverkehr. Die Sorgen der Eltern, dass die geforderten Abstandsregeln in den Bussen nicht eingehalten werden können, seien unbegründet, so Andreas Herr: „Da zuerst nur die Prüfungsklassen in die Schulen zurückkehren, der Fahrplan aber lückenlos organisiert ist, gibt es keine Probleme mit den Abständen.“ Diese Situation wird sich auch mit dem erweiterten Schulbetrieb ab 4. Mai nicht ändern.

Große Probleme bereiten den Unternehmen wie Verwaltungen hingegen die finanziellen Verluste seit März: Rund 2,7 Millionen Euro stehen für März im Verkehrsverbund auf der Minusseite, im April sind es voraussichtlich 7,5 Millionen. „Hier brauchen die Unternehmen dringend Hilfe.“, erklärte Andreas Herr. Anfang Mai, so der Plan, sollen auch die Tourismuslinien ihre Fahrten wieder aufnehmen. Dazu gehören die touristischen Stadtlinien in Meißen, die Buslinie M vom Meißen nach Moritzburg sowie die Schmalspurbahn von Radebeul Ost nach Radeburg.

Weitere Informationen

  • Quelle: Landratsamt Meißen - www.kreis-meissen.de
Letzte Änderung am Dienstag, 21 April 2020 00:23

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