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Donnerstag, 30 Oktober 2014 22:33

Historisch wichtiges Bauwerk der Festung Königstein an Nutzer übergeben

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Nach zweijähriger Bauzeit ist heute der erste Bauabschnitt, bestehend aus Torhaus und Streichwehr, an die Festung Königstein gGmbH übergeben worden. Im Beisein von Volker Kylau, Referatsleiter Bau- und Liegenschaftspolitik im Sächsischen Staatsministerium der Finanzen und  Dr. Angelika Taube, Geschäftsführerin der Festung Königstein gGmbH erfolgte die Übergabe des sanierten Gebäudeensembles Westbebauung auf der Festung Königstein.

Volker Kylau: „Das Gebäudeensemble, das ich heute übergeben darf, gehört zu den historisch wichtigsten und weithin sichtbaren Bauwerken der Festung Königstein. Die gestellten Herausforderungen an räumliche und technische Erfordernisse konnten durch gute Planungen und Absprachen zwischen Bauherr und Nutzer hervorragend gelöst werden. Es freut mich daher umso mehr, dass der erste Bauabschnitt mit einem Gesamtkostenvolumen von 10,5 Millionen Euro rechtzeitig zu der in 2015 geplanten Dauerausstellung "IN LAPIDE REGIS - Auf dem Stein des Königs. 800 Jahre Leben auf der Festung Königstein" fertiggestellt werden konnte.“

Geschäftsführerin Dr. Angelika Taube: „Der Abschluss der umfassenden Sanierungsarbeiten an Torhaus und Streichwehr stellt einen Meilenstein in der Baugeschichte der Festung Königstein seit 1990 dar.
Am heutigen Tage stehen wir an der Schwelle zur Umsetzung unseres anspruchsvollsten musealen Vorhabens: der großen Dauerausstellung zur Geschichte der Festung Königstein. Seit rund 30 Jahren haben wir dafür geforscht und gesammelt, jetzt kann sie Wirklichkeit werden. Ab Mai kommenden Jahres werden die Besucher in der Westbebauung einen wissenschaftlich aktuellen und gleichzeitig unterhaltsamen, interaktiven Erlebnisbereich vorfinden, der sie in die facettenreiche Vergangenheit dieser einzigartigen Anlage entführen wird. Zugleich werden sie Räume erkunden können, die noch nie für die Öffentlichkeit zugänglich waren.“

Unter der Projektleitung des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) wurden auf zwei Geschossen über 2.170 Quadratmeter Nutzfläche für Ausstellungs- und Technikräume geschaffen. Den größten Teil umfassen die 33 Ausstellungsräume auf 1.300 Quadratmetern Nutzungsfläche.

Neben dem neu gestalteten Eingangsbereich konnte eine den heutigen Anforderungen an zeitgemäße Ausstellungskonzepte entsprechende Raumfolge hergestellt werden. Gleichzeitig waren umfangreiche technische Neuinstallationen zu integrieren, darunter die Elektroverteilung für die Raum- und Ausstellungsbeleuchtung, Rauchmelder zur Brandfrüherkennung, Wasserver- und -entsorgung. Die umfangreichen Technikkomponenten passte das Planungsteam geschickt in die vorhandene Bausubstanz ein.
Im Ausstellungsbereich wurden die Böden mit Fußbodenheizung ausgestattet und die Wände erhielten ein atmungsaktives Anstrichsystem gemäß Ausstellungskonzept.

Seit 1991 investierte der Freistaat Sachsen rund 53,5 Millionen Euro in Baumaßnahmen an der Festung Königstein.

Nach der Fertigstellung des Maßnahmenkomplexes für die Unterbringung der Ausstellung folgt in einem zweiten Bauabschnitt die Sanierung der Georgenburg zur Unterbringung der Verwaltung, des Archivs und der Bibliothek.



Geschichtliches:
Das Obergeschoss des Torhauses (Bauzeit 1589-1591) diente seit etwa 1728 August dem Starken und seinen Nachfolgern sowie deren hohen Gästen als Quartier, wenn sie sich auf der Festung aufhielten. Außerdem hatte der Festungsgeistliche dort seine Wohnung. Im Erdgeschoss waren einige Räume dem Oberkommandanten aller Zivil- und Militärgebäude aus Dresden und seinen Begleitern für ihre gelegentlichen Besuche vorbehalten. Darüber hinaus wohnten dort der Kommandant der Festung Königstein und der Proviantverwalter.
In der ebenfalls zweigeschossigen Streichwehr (Bauzeit 1591-1592) hatte der  Proviantverwalter seine Diensträume und ein Lager. Über den Krellturm, der die Streichwehr mit der Georgenburg verbindet, konnte er in die Georgenburg und auf die Vorratsböden gelangen. Die Keller der Streichwehr dienten der Aufstellung von Geschützen zur „Bestreichung“ des Eingangsbereiches.
Die Quartiere waren technisch und gestalterisch nach neuesten Vorstellungen ausgestattet, bestehend jeweils aus Wohnstube (mit Kachelofen), Schlafstube (mit Wandkamin) und separatem Abtritt (Secret), teilweise auch mit Küchen. Ab 1631 wurde der Johannissaal, das spätere Neue Zeughaus, als Bankettsaal der Festung an den mittleren Teil des Torhauses angebaut. Von den Königszimmern im Obergeschoss gab es einen direkten Zugang in den Saal.
Diese Raumaufteilung blieb trotz mehrfacher Renovierung bis zur Verlegung der königlichen Zimmer in das Erdgeschoss ab 1895 bestehen.

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  • Quelle: SMF - Sächsisches Staatsministerium der Finanzen
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