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Freitag, 08 Januar 2021 00:59

Schwarmbeben im Vogtland

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Zwei Erdbebenherde gleichzeitig aktiv
 
Bereits seit dem 16. Dezember 2020 ist ein Erdbebenschwarm im Vogtland aktiv. Der Herd des Bebens liegt fünf Kilometer östlich von Bad Brambach im Gebiet Luby in Tschechien. Das teilte das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) heute in Dresden mit.

Das Schwarmbeben hatte seinen bisherigen Höhepunkt am 4. Adventswochenende. Es wurden zehn Erdbeben mit einer Lokalmagnitude größer als 2.0 auf der Richterskala registriert. Zur Einordnung: Erdbeben können ab einer Magnitude von 2.0 auf der Richterskala von Menschen wahrgenommen werden. Die stärksten Beben des Schwarms mit einer Magnitude von 2.6 auf der Richterskala wurden bis in Ortschaften des Erzgebirges gespürt, zum Beispiel im 50 Kilometer entfernten Grünhain-Beierfeld.

Seit dem 22. Dezember 2020 ist ein weiteres Herdgebiet auf deutscher Seite aktiv. Südwestlich von Oelsnitz im Vogtland nahe der Ortschaft Triebel wurden bis heute 42 Beben ausgewertet. Dieses Gebiet war bisher nur vereinzelt von kleinen Erdbeben betroffen. Damit handelt es sich um den ersten Erdbebenschwarm in dieser Region. Das stärkste Erdbeben wurde am 22.12.2020 um 13:04 Uhr mit einer Magnitude von 2.3 auf der Richterskala ermittelt. Der Schwarm ist mit schwächeren Beben noch aktiv und wird weiter beobachtet. Ein erneuter Anstieg der Magnituden kann derzeit nicht ausgeschlossen werden.

Schwarmbeben treten im Vogtland immer wieder auf. Dabei kommt es in dichter zeitlicher Reihenfolge zu kleinen Erdstößen im gleichen Herdgebiet. Dass aktuell zwei Herdgebiete gleichzeitig aktiv sind, ist eine Besonderheit. Die Distanz zwischen den beiden Erdbebenherden beträgt circa 20 Kilometer. In den vergangenen Jahren ist ein erhöhtes Auftreten von Erdbebenschwärmen in dieser Region beobachtet worden. Die Ursachen dafür werden untersucht.

Die Erdbebenüberwachung in Sachsen erfolgt durch den Seismologie-Verbund und wird vom LfULG als Staatlicher Geologischer Dienst in Sachsen koordiniert. Der Seismologie-Verbund betreibt zahlreiche Messstationen in Mitteldeutschland, um die seismische Aktivität in dieser Region zu überwachen. Die Stationen befinden sich im Vogtland, dem Westerzgebirge, in Thüringen und in Sachsen-Anhalt.

Weitere Informationen

  • Quelle: Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

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