Elf Monate nach der Grundsteinlegung stand der nächste Meilenstein beim Neubau der Förderschule „Anne Frank“ in Radebeul an: das Richtfest.
Die Schülerinnen und Schüler der Förderschule hatten nicht nur ein musikalisches Programm vorbereitet, das sie mit viel Enthusiasmus vortrugen. Gemeinsam mit Landrat Ralf Hänsel, ihrer Schulleiterin Ingrid Stier und Gregor Drews, Leiter der Abteilung 2 im Sächsischen Kultusministerium, schmückten sie auch den Richtkranz mit selbstgestalteten Bändern. Dieser wurde im Anschluss am Kran nach oben gezogen. Bevor es wieder zurück in die Schule ging, lauschten die Kinder zusammen mit allen Gästen dem Richtspruch, vorgetragen von der Firma Holzbau Moser.
Derzeit lernen an der Schule in Trägerschaft des Landkreises Meißen rund 70 Mädchen und Jungen, wobei zwei Klassen aufgrund fehlender Räumlichkeiten in das nahegelegene Berufliche Schulzentrum ausgelagert sind. Auch die Größe der Räume ist für die Beschulung nicht ausreichend, der Werkstattbereich für Ober- und Werkstufe fehlt und Sportmöglichkeiten sind nicht vorhanden.
Der Kreistag Meißen ebnete daher mit dem Grundsatzbeschluss in 2021 und einem weiteren Beschluss zum Bauvorhaben in 2023 den Weg zum Neubau der Förderschule „Anne Frank“. Dafür dankte Landrat Ralf Hänsel den Mitgliedern des Kreistages in seinem Grußwort. Sein Dank ging auch an den Freistaat Sachsen und alle am Bau beteiligten Firmen, die „bei der Schaffung dieses Lern- und Lehrortes, der ganz besonderen Bedürfnissen gerecht werden soll“, mitwirken.
Für den Neubau erhält der Landkreis Meißen eine Förderung nach dem Programm „Schulinfrastrukturverordnung“ des Freistaates Sachsen in Höhe von rund 13 Millionen Euro. Eine fast ebenso hohe Summe wird der Landkreis Meißen als Träger der Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in den Neubau investieren. Weiterhin fließen Fördermittel aus dem Programm für „Klimafreundliche Nichtwohngebäude“ mit „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“-Zertifizierung. Auf die Besonderheiten dieses größtmöglich mit nachhaltigen Baustoffen errichteten energieeffizienten Baukörpers wies der Planer hin.
Mit dem Geld wird ein zukunftsweisender, innovativer Schulbau mit ansprechenden Außenanlagen für die 2,5-zügige Förderschule mit 80 bis 100 Schülerinnen und Schülern sowie 40 bis 50 Mitarbeitenden geschaffen. Das neue Gebäude wird aus zwei ineinandergreifenden Baukörpern, einem zwei- und einem dreigeschossigen, gebildet. Vom Foyer aus gelangt man zukünftig in die Mensa, das Anne-Frank-Zimmer sowie zu den Lehr- und Gymnastikbereichen. Die Klassenräume werden sich um sogenannte Lernzonen gruppieren und unterschiedlichste Nutzungsszenarien ermöglichen.
Die Freiflächen werden in unterschiedliche Teilbereiche gegliedert, um unterschiedliche Fähigkeiten und Interessen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigen zu können. Ein Pausenbereich mit Schulgarten und Ruheinsel soll im Norden hinter dem Schulhaus entstehen. Der größere südliche Pausenbereich wird Freiflächen für Spiel- und Sportangebote bieten.
Ziel ist es, die vielen Bestandsbäume und den grünen Charakter zu erhalten. Daher wird das Gebäude südlich im Grundstück von der Meißner Straße abgerückt platziert und zahlreiche Neupflanzungen sollen für einen Parkcharakter sorgen. Die Übergabe des Neubaus ist für Oktober 2027 geplant.
Die Freude über den Neubau ist bei den zukünftigen Nutzerinnen und Nutzern enorm. So betonte Schulleiterin Ingrid Stier: „Ein solcher Neubau ist etwas Besonderes und in diesen Zeiten nicht selbstverständlich. Umso schöner, dass wir diesen hautnah erleben können: beim Blick aus dem Fenster oder über den Zaun“. Begeistert waren die Schülerinnen und Schüler daher in der Zeit der Rohbauentstehung bei mehreren Besichtigungen der Baustelle dabei – mit fachlicher Erläuterung durch die Objektüberwachung – ideal für das Bautagebuch, das eine Schulklasse führt.
